Als natürliche Personen werden praktisch alle Menschen bezeichnet. Wann ist ein Mensch ein Mensch? Nun, darauf wissen Juristen (jedenfalls in Deutschland) sofort eine Antwort:

§ 1 BGB – Beginn der Rechtsfähigkeit

Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt.

Man muss nun für die DSGVO festhalten, dass als »natürliche Personen« im Sinne der Verordnung alle lebenden Menschen zu verstehen sind. Warum? Nun, das ergibt sich aus

Erwägungsgrund 27

Diese Verordnung gilt nicht für die personenbezogenen Daten Verstorbener. Die Mitgliedstaaten können Vorschriften für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten Verstorbener vorsehen.

Kein Schutz juristischer Personen?

Fein, wir wissen jetzt, dass die DSGVO die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen, also lebender Mensch schützt, aber, was ist mit juristischen Personen?

Was sind überhaupt »juristische Personen«? Als juristische Person wird eine Personenvereinigung oder ein Zweckvermögen mit anerkannter rechtlicher Selbständigkeit bezeichnet; quasi Rechtspersönlichkeiten, die keine Menschen sind. Man kann sagen, dass sie im Gegensatz zu natürlichen Personen nicht durch Geburt, sondern durch Rechtsakt entstehen; GmbH und AG z.B. durch Eintragung in das Handelsregister.

Juristische Personen sind keine (lebenden) Menschen und daher auch keine natürliche Personen. Daraus wird häufig irrigerweise geschlossen, dass im Kontakt mit juristischen Personen die DSGVO nicht beachtet werden muss. Das ist in dieser Absolutheit aber vollkommen falsch.

Denn hinter jeder juristischen Person stehen selbstverständlich natürliche Personen, die die juristische Person vertreten oder für diese handeln. Der Ansprechpartner in einer bestimmten Abteilung ist eine natürliche Person und wird daher von der DSGVO geschützt. Der werbliche Kontakt mit ihm oder ihr, z.B. die Zusendung eines Newsletters oder eines Angebots muss sich daher nach den Anforderungen der DSGVO richten, also u.a. auf eine taugliche Rechtsgrundlage (z.B. Einwilligung) stützen lassen. Die individuellen Interessen dieser Person, also z.B. zu welchen Bereichen Informationen gewünscht werden, stellen in der Regel personenbezogene Daten dar und dürfen nur nach den Erfordernissen der DSGVO verarbeitet werden.

Hinweis: Ein Einzelkaufmann ist ein Kaufmann, der sein Gewerbe als einzelner Mensch betreibt, also als natürliche Person, nicht als juristische Person wie zum Beispiel im Falle einer GmbH (die auch ein Einzelner gründen kann). Bei Einzelkaufleuten ist nahezu jede Unternehmensinformation praktisch ein personenbezogenes Datum.